Meine Kimchi-Geschichte

Mein erstes Kimchi

Den scharf eingelegten Chinakohl aß ich das erste Mal im Jahr 1999 in Berlin. Damals hatte ich eine Unifreundin, deren Mutter aus Korea kam. Und wenn ich sie besuchte, durfte ich allerlei koreanische Spezialitäten probieren. Ihre Mutter war ganz glücklich, dass ich Kimchi gerne mochte. Denn, wie sie damals erzählte: Die meisten Deutschen, denen sie es serviert hatte, mochten es nicht. Ich liebe es und kann nicht genug davon bekommen.

Koreanischer Mittagstisch in München

Als ich nach München ging, hatte ich großes Glück: Direkt bei der Uni in der Amalienstraße gab es nicht nur einen Bäcker, der die besten Käse- und Nusskuchen selbst herstellte, es gab auch einen koreanischen Imbiss. Scheinbar gibt es ihn bis heute und er ist auf die andere Straßenseite umgezogen. Oft genug wählte ich also statt der Mensa Bibim Bap mit Extra-Kimchi und viel roter Sauce. Zwar war das Kimchi nicht ganz so lecker wie das, das die Mutter meine Freundin in Berlin herstellte, aber immerhin …

Im Jahr 2004 ging meine Reise weiter in die kulinarische Diaspora. Das hat sich inzwischen geändert, in Bielefeld kann man richtig gut essen. Aber ein koreanisches Restaurant gibt es bis heute nicht, wenn ich das richtig sehe.

Superkohl auf dem Markt auf dem Boxhagener Platz in Berlin

Zum Glück zog ich 2010 nach Berlin und konnte meine Suche nach dem perfekten Kimchi fortsetzen. Letztes Jahr wurde ich endlich fündig: Es gab einen neuen Stand auf dem Markt auf dem Boxhagener Platz, der Kimchi verkaufte. Nichts anderes als Kimchi. Andrea von Superkohl produzierte so unglaublich leckeres Kimchi, dass ein Glas nur mit viel Selbstdisziplin einen Tag überstand.

Ich hätte viel öfter hingehen und meiner Sucht freien Lauf lassen sollen, denn Andrea hat inzwischen damit wieder aufgehört.

Kimchi-Workshop bei Andrea von Superkohl

Wie sich herausstellte, bin ich nicht die einzige, die das zutiefst getroffen hat. Daher hat sich Andrea glücklicherweise entschlossen, Kimchi-Kurse anzubieten. Ich war vor gut einer Woche dort und Andrea hat alle ihre Erfahrungen und Geheimnisse mit uns geteilt. Neben den Details der Kimchiherstellung auch: Heute essen 90 Prozent der Koreaner jeden Tag Kimchi. Ich kann das nur zu gut verstehen. Besonders gefallen hat mir die Tradition des Kimjang, die seit 2013 Teil des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes ist: Im Spätherbst bereiten in Südkorea alle zusammen Kimchi für die Winterzeit vor und teilen es untereinander. So haben wir es an dem Abend in der Daheim Manufaktur auch gemacht.

Kimchi_Schoene_Worte.jpg

Angefüllt mit Wissen und mit einem großen Glas selbst gemachten Kimchis im Gepäck trat ich glücklich den Nachhauseweg an. Dann hieß es warten, die Sucht bezähmen. Inzwischen ist der Kohl fertig fermentiert und genau so, wie ich ihn mag. Und ich freue mich schon, Kimchi bald ohne Andreas Unterstützung herzustellen. Ich hoffe, es gelingt! Ich werde auf jeden Fall berichten.

Allen, die auch gerne Kimchi essen, kann ich den Workshop bei Andrea nur wärmstens ans Herz legen.

Essen_Schoene_Worte_Kimchi.jpg

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