Kommunikation – und ihre Technik

Im Oktober letzten Jahres war noch alles gut: Mein Handy funktionierte, mein Festnetztelefon funktionierte und ich hatte WLAN zu Hause. Das war toll. Ich wusste es allerdings gar nicht zu schätzen und nahm es für vollkommen selbstverständlich. Bis, ja bis mich ein Fluch einzuholen schien.

Er schlich sich ganz klammheimlich an. Der Auftakt, den ich als solchen gar nicht wahrnahm, war das Viertelfinalspiel Deutschland gegen Italien am 2. Juli. Es endete 6:5 – und irgendwann in der Verlängerung fiel mein Handy vom Couchtisch. Eine kleine Distanz mit weichem Fall, die ihm eine schöne Maserung auf dem Displayglas einbrachte. Patina dachte ich.

Dann ging es weiter: Seit etwa Oktober hatte ich öfters kein Netz. Leute versuchten mich anzurufen, ich bekam kurze Zeit später eine Nachricht, dass mich jemand vergeblich versucht habe anzurufen. Ich konnte nicht raus telefonieren. Gespräche wurden unterbrochen. Zunächst wunderte ich mich nur und ging davon aus, dass das vermutlich vorbei gehen würde.

Den ersten Höhepunkt erreichte ich dann im Dezember. Ich war auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt und ließ mein Handy versehentlich im Wasser schwimmen. Dann habe ich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann: Ich habe es wieder angeschaltet, ich habe es auf die Heizung gelegt. Wie durch ein Wunder funktionierte das tapfere kleine Kerlchen noch. Gut der Home Button wollte nicht mehr, es hat in den ersten zwei Wochen wahllos Menschen angerufen und Siri fühlte sich immer mal wieder angesprochen. Doch mit der Zeit haben sich diese Probleme gelegt. Was übrig blieb, war ein neues Hobby meines Handys: Es hat regelmäßig Selfies gemacht. Eigentlich ganz charmant.

Meine Netzqualität wurde immer schlechter. Regelmäßig bekamen Anrufer die Nachricht, die Nummer sei nicht vergeben. Das macht sich immer gut im Geschäftsleben. Nicht. Nun ist es so, dass der Anbieter keine Verfügbarkeit des Netzes garantieren muss – es gibt also kein Sonderkündigungsrecht. Mein Festnetztelefon war meine sichere Bank. Im März habe ich dann beschlossen, dass ich endlich den Anbieter wechsele, mir ein neues Telefon zulege, meine Nummer mitnehme und für die restliche Vertragslaufzeit doppelt zahle. Ich hatte einen Tag kein Telefon, aber egal.

Einziger Haken: Zwischenzeitlich hatte sich unser Router zerschossen. Also kein WLAN zu Hause und kein Festnetztelefon. Gut, dass ich ein Büro habe, da gibt es immer WLAN. Blöd nur, dass mein Handy gleichzeitig nicht funktionierte. Ein neuer Router musste her. Leider ist er nicht kompatibel mit dem vorhandenen Telefon. Also habe ich ein neues Telefon gekauft, aber irgendwas läuft da immer noch nicht … inzwischen musste ich feststellen, dass auch mein neuer Handyanbieter keine Netzabdeckung in unserer Wohnung garantieren kann.

Ich finde die digitalen Errungenschaften toll, ich liebe es, von überall in der Welt arbeiten zu können, selbst zu entscheiden, wann ich erreichbar bin – wenn nur die Technik mithalten könnte!

Wer mich erreichen möchte: Ich schaffe mir derweil wieder so ein Notizröllchen für die Wohnungstür an.

Schoene_Worte_Kommunikation_Tuerrolle.jpg

 

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