„Texte, die für Menschen geschrieben wurden“ – Interview mit Madeleine Penny Potganski von KLEiNE EiNHEiT:

Cornelia: Hallo Madeleine, stell Dich bitte kurz vor.

Madeleine: Ich bin Madeleine Penny Potganski und arbeite mit meinem Büro KLEiNE EiNHEiT als Texterin, Konzepterin und Lektorin. Mit den Schwerpunkten Personal Branding, Corporate Language und Storytelling entwickle ich die passende Sprache für eine Unternehmung und setze dann Texte und Konzepte in unterschiedlichen Formaten um.

Als Theater- und Medienwissenschaftlerin mit sehr interdisziplinärer Berufserfahrung kann ich dramaturgische Methoden mit inhaltlicher Praxis verbinden. Meine Kund*innen sind vor allem Einzelunternehmer*innen und Start-ups, die eine individuelle Kommunikationsstrategie suchen und konkrete Textprodukte brauchen: z.B. Websites, Flyer und Plakate – aber auch Voice Overs oder Mailboxansagen :). 

Cornelia: Du machst auch noch eigene Projekte, oder?

Madeleine: Ja, ich schreibe regelmäßig auch eigene Texte – also Kolumnen und Kurzprosa für Print und Online – und arbeite von Zeit zu Zeit als Dramaturgin für die Freie Szene.

Weil mir genaues Beobachten und gute Geschichten eine Herzensangelegenheit sind, betreibe ich außerdem seit 7 Jahren, zusammen mit der Illustratorin Fine Heininger, das Label Matrosenhunde. Hier sammeln wir Alltagswunderlichkeiten und notieren sie in Text und Bild. Wir arbeiten fürs Internet, auf Papier oder an Wänden und veröffentlichen gerne in Lieblings-Indiemagazinen. Manchmal reisen wir herum, nehmen an Symposien teil und stellen unsere Werke aus. Als Teil des Designkollektivs Studio Hertzberg, in dem wir auch unsere Arbeitsplätze haben, verkaufen wir auch eigene Printprodukte im zugehörigen Shop – oder online.

Cornelia: Das klingt sehr spannend und vielfältig. Was schätzt Du am meisten an Deiner Tätigkeit?

Madeleine: Am Texten mag ich vor allem die Kombination mit meiner unternehmerischen Selbstständigkeit. Eigenverantwortliches Tätigsein, freie Zeiteinteilung und Ortsunabhängigkeit sind mir sehr wichtig. Außerdem brauche ich nicht viel: Ein Laptop und eine solide Internetverbindung reichen, um zu arbeiten – zur Not auch einfach Stift, Papier und gute Gedanken (oder die Notiz-App auf dem Smartphone).

Ich arbeite mich gerne in immer wieder neue Themen ein und mag es, die unterschiedlichen Menschen, die dahinter stecken, kennenzulernen. Außerdem bin ich ein Fan von Gründungsmythen und begeistere mich sehr für das Entstehen neuer Konzeptideen und weitsichtiger Strategien.
Das große Ganze zu analysieren, um dann Ausdrucksformen zu gestalten, ist jedes Mal wieder sehr spannend. 

Cornelia: Was motiviert Dich auf der Suche nach dem „großen Ganzen“?

Madeleine: Identitätsfindung ist sowieso eines meiner Lieblingsgebiete: Gerade beim Branding und dem Entwickeln einer markengerechten Corporate Language schätze ich daher das kreative, prozessorientierte Ping-Pong mit meinen Kund*innen und Kooperationspartner*innen. Es ist super interessant, das Wesen einer Unternehmung herauszuarbeiten, beratende Impulse zu geben und dann stimmige Formulierungen zu finden.

Dabei motiviert es mich sehr, tollen Projekten zu mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit zu verhelfen. Mich im Zuge dessen laufend neu zu verorten, lässt die Arbeit an Konzepten und Texten nie langweilig werden.
Außerdem bin ich seit jeher ein großer Freund von Ordnung und Struktur. Das Texte-Aufräumen a.k.a. Lektorieren und Korrekturlesen macht daher auch immer wieder unverhofft viel Spaß und schafft einen guten Ausgleich zur innovativen Textarbeit. 

Cornelia: Und was macht für Dich einen guten Text aus?

Madeleine: Da es schier unendlich viele Sorten Text gibt, hier ein paar allgemein gültige Überlegungen:

Ich mag Texte, die leicht klingen (und deshalb mit viel Mühe geschrieben wurden, das ist wie beim Ballett). Texte, die ohne Floskeln auskommen und ohne Hau-Drauf. Texte, die gut recherchiert wurden und sich einer Sache wirklich annehmen. Texte, die für Menschen geschrieben wurden und nicht für Suchmaschinen.

Mir persönlich gefällt eine gewisse Schlichtheit, kombiniert mit leiser Poesie und klarem Ausdruck. 

Cornelia: Was machst Du, um Deine Kreativität zu befeuern?

Madeleine: Eher: was mache ich nicht?
Kreativität braucht viel Raum und Muße. Niemals Hektik und Termindruck. Wird meine Kreativität artgerecht behandelt, befeuert sie sich im Grunde selbst. Hilfreich sind: kleine und größere Ausflüge, Bücher, Filme, Theaterstücke und Ausstellungen. Musik beim Autofahren. Kneipenbesuche und Spielplatzaufenthalte. Gespräche und vielfältige Witterungsbedingungen. Ein guter Mix aus gemeinsamer Projektarbeit und stillen Stunden. Eine wertschätzende, achtsame Atmosphäre und die Lust auf Abenteuer. 

Cornelia: Und zum guten Schluss, was ist Dein Lieblingsessen?

Madeleine: Waldheidelbeeren, Avocados und rote Beete sind schon sehr weit vorne. Oder schwarze Tomaten, Frühkartoffeln und Zuckererbsen. Überhaupt all das Obst und Gemüse, das gesegnete Äcker so hergeben. Plus Rohmilchkäse vom Wochenmarkt und gegrillter Fisch. Wer sich dann noch für mich durch das kulinarische Werk Ottolenghis kocht, hat auf jeden Fall schon einmal sehr viel richtig gemacht. 

Cornelia: Ottolenghi kenne ich noch gar nicht, den werde ich mir gleich einmal anschauen. Vielen Dank und bis bald!

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Kontakt:

Madeleine Penny Potganski c/o Strunk
Studio Hertzberg
Sonnenallee 174
12059 Berlin
0176-98 44 59 38

KLEiNE EiNHEiT textbüro
www.kleine-einheit.de
www.facebook.com/KleineEinheit
text@kleine-einheit.de

Matrosenhunde
www.matrosenhun.de
madeleine@matrosenhun.de

Blog
www.madeleinepennypotganski.tumblr.com

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