Der Plan und das Schreiben

Brauche ich einen konkreten Plan, bevor ich anfange zu schreiben? Diese Frage brennt den meisten Schreibenden unter den Nägeln. Immer mal wieder lese ich, dass man auf keinen Fall anfangen sollte, zu schreiben, wenn man noch kein Konzept hat. Das kann funktionieren, es kann einen aber auch direkt in eine Schreib- und Kreativitätsblockade führen.

Ich finde die Idee, dass das Schreiben dem Entwickeln von Gedanken dient, hilfreicher. Von meinem eigenen Schreiben kenne ich die unterschiedlichsten Herangehensweisen: Teilweise hatte ich ein fertiges Konzept und habe einen fast fertigen Text herunter geschrieben; teilweise habe ich drauf los geschrieben – suchend nach dem roten Faden und der Fragestellung. Teilweise bin ich vom Computer weg gegangen, habe zum Stift gegriffen und von Hand vorgeschrieben.

Verschiedene Menschen haben sich theoretische Gedanken dazu gemacht, welche Typen von Schreibern es gibt. Eine erste Einordnung bietet die Einteilung in Top-Down- und Bottom-Up-Schreiber: Der Top-Down-Schreiber plant sehr genau und schreibt dann anhand seines Planes den Text herunter. Der Bottom-Up-Schreiber schreibt drauf los und strukturiert und plant in der Überarbeitungsphase. Es gibt natürlich eine Reihe von Zwischenformen.

Ein Rezept, das für alle gleichermaßen gültig ist, gibt es sicher nicht. Drei Tipps finde ich aus meiner Erfahrung in Schreibworkshops und in den individuellen Schreibberatungen wichtig:

  1. Sich klar zu machen, wie man selbst als Schreibender tickt. Wann bin ich kreativ, was muss ich tun, damit das Schreiben bei mir fließt? Katharina Vollus von Ordnungsmentor hat passend zu dem Thema eine große Umfrage unter Kreativen erstellt und ausgewertet. Ein wunderbarer Einblick, wie die verschiedenen Menschen arbeiten und was sie eint in ihrem Tun.
  2. Möglichst frühzeitig in die Tasten zu hauen – egal ob in Form von Notizen, Gedanken, Skripten, Fragmenten – und nicht zu warten, bis die eine gute Idee oder der perfekte Plan da ist. Oftmals ist es nämlich so, dass man erst, wenn man gezwungen ist, seine Gedanken auszuformulieren, merkt, ob sie überhaupt funktionieren. Und man vergisst keine guten Ideen, die man unterwegs einmal hatte.
  3. Offen zu bleiben und immer wieder zu schauen, ob die bisherige Schreibstrategie noch passt. Manchmal muss man seine Strategie anpassen und wird plötzlich vom Bottom-up- zum Top-Down-Schreiber und andersherum. Mir hat diese Erkenntnis sehr geholfen, um einerseits damit umzugehen, wenn es mal nicht auf Anhieb klappt, und andererseits nicht ärgerlich mit mir zu sein, weil ich mal wieder nicht richtig geplant habe und das Chaos schließlich bändigen musste. Am Ende zählt das Ergebnis.

 

Viel Spaß beim Schreiben!
Schreiben_Plan.jpg

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