Das Glück der Selbständigen

„Seid ihr glücklich als Selbständige?“ Diese Frage hat Peer Wandiger von „Selbständig im Netz“ in seiner Blogparade gestellt und ich möchte gerne darauf reagieren.

Die Frage des Glücks ist bekanntlich hochphilosophisch und das Glück selbst schwer zu messen. Schließlich ist das Glücksgebäude diffizil.

Seit ich mich selbständig gemacht habe, stehe ich meistens mit einem Lächeln auf, gehe mit einem Lächeln ins Büro und komme auch ebenso wieder heraus. Und da ein Vergleich manchmal hilft, Unterschiede deutlicher hervor zu heben: Dies war anders, als ich angestellt war – und das obwohl ich stets viele Freiheiten und angenehme Arbeitsumgebungen hatte.

Daher die klare Antwort: Ich bin glücklich als Selbständige.

Bleibt die Frage: Was genau macht mich denn da glücklich?

  1. Ganz essentiell für mich ist es, mein eigener Chef zu sein. Das hat nicht nur den Vorteil, dass ich selbst bestimmen kann, wann, wo und was ich arbeite, ich bin auch selbst für meine Weiterentwicklung verantwortlich.
  1. Ich darf meine Lieblingsbeschäftigungen und Interessen in meiner Arbeit verbinden, ich darf mich laufend weiter entwickeln, neues lernen und ich muss und darf raus aus der Komfortzone. Manchmal, wenn ich außerhalb der gewohnten Bereiche bin, frage ich mich, warum ich mir diesen „Quatsch“ antun muss. Doch am Ende wartet das großartige Gefühl, wie wenn man einen hohen Berg erklommen hat: Man hat das Gipfelkreuz vor sich, schaut hinunter ins Tal und ist stolz auf sich. Hier konnte man kürzlich nachlesen, wie ständige Bewegung die Kapazitäten, sich neue Fähigkeiten und neues Wissen anzueignen, steigert. Ich fühle mich quasi wissenschaftlich bestätigt.
  1. Von einem Coach wurde mir mal ganz zu Anfang gesagt, als Selbständiger sei man selbst verantwortlich für seine Gesundheit. Diesen Auftrag nehme ich mit größter Freude sehr ernst. Meine Medizin, das habe ich kürzlich in einem Blogpost geschrieben, ist die Pausentaste. Tatsächlich spüre ich hier auch einen Unterschied zur angestellten Tätigkeit. Ich möchte so lange wie möglich so fit und ausgeglichen auf dieser Erde sein, um noch viele Schöne Worte zu schreiben, vielen Menschen in Schreibworkshops beim ersten Satz zu helfen und meine Begeisterung für die Zeitgeschichte weiter zu geben.

Ängste kommen und gehen. Angst, ob genug Geld reinkommt, Angst, dass ich doch mal länger krank sein könnte, Angst, dass ich irgendetwas ganz wichtiges übersehen habe. In diesen Fällen überlege ich mir ganz im Sinne von Timothy Ferriss, wie das Worst-Case-Szenario en détail aussehen würde und was ich dann tun würde. Das beruhigt mich ungemein.

Was mir das Leben als Selbständige versüßt, sind folgende Dinge:

  • Ich suche regemäßigen Austausch mit anderen Menschen, sei es inhaltlich, organisatorisch oder zum gemeinsamen Schlemmen und Genießen. Meine Orte dafür sind mein Gemeinschaftsbüro, Netzwerktreffen und Menschen aus meinem Umfeld.
  • Ich habe gelernt, dass mein Bauchgefühl mehr weiß als alle anderen. Es ist stets mit viel Ratio angefüllt, was ja gerade bei Empathie wichtig zu sein scheint.
  • Ich bin in manchen Bereichen sehr faul – insbesondere bei denen, die sich gut outsourcen lassen. Die gewonnene Zeit kann ich wahlweise in neue Projekte oder in die Gesundheit investieren.

Selbststaendig

2 Gedanken zu “Das Glück der Selbständigen

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