pause

Eine ziemlich lange Pause ist auf meinem Blog entstanden. Nicht, weil ich nicht mehr schreiben möchte, sondern weil es nicht mehr ging. Im Februar ist mein Vater einfach so in der Nacht gestorben. Natürlich habe ich weiter gearbeitet, arbeiten geht bei mir immer und es macht mir auch immer Spaß. Ich habe alle möglichen Texte geschrieben, Workshops gehalten, Museumsführungen gemacht, ich habe sogar meine Strahlenschutz-Geschichte fertig geschrieben. Daneben gab es einiges, was ein Tod mit sich bringt, in der Familie zu organisieren und das gibt es nach wie vor.

Einfach so, aus der Lust an schönen Worten und aus Interesse an Themen, Blogartikel zu schreiben? Da hakte das System. Da war eine Leere, dafür fehlte die Fantasie. Ich habe für mich ein Bild entwickelt von einem Baum, der im Schutz eines großen, dicken alten Baumes steht. Eines Tages ist der große Baum nicht mehr da. Und der kleine Baum muss gucken, ob seine Wurzeln groß genug sind, um in Stürmen vor dem Umfallen sicher zu sein, dass er bei der manchmal heftigen Sonne nicht vertrocknet, dass er selbst ein großer, starker Baum wird.

Irgendwann, als ich alle großen und kleinen Projekte abgeschlossen hatte, merkte ich, dass ich tatsächlich die Pausentaste drücken muss, auch wenn die Urlaubszeit noch nicht ansteht. Pausen im Alltag, Pausen, um mich zurück zu besinnen auf mich, auf meine Wurzeln.

Ich bin in Ausstellungen gegangen, ich lerne seit kurzer Zeit, Schlagzeug zu spielen, und ich nehme mir wieder Zeit für den Sport. Meinen Geburtstag habe ich ausgiebig gefeiert. Und einfach mal vormittags im Bett gelegen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Für manche Wege, die ich ohnehin erledigen musste, habe ich mir Zeit gelassen, bin ein paar Stationen früher ausgestiegen und habe die Viertel zu Fuß erkundet.

Einige Male habe ich die Pausentaste gedrückt und stelle fest, dass die Wirkung sensationell ist. Ich habe einen Haufen neue Ideen, viel Energie und freue mich auf das Neue, was da kommt. Die Trauer kommt und geht, das darf sie. Die Pausentaste werde ich mir unabhängig davon im Alltag bewahren.

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3 Gedanken zu “pause

  1. …ich glaube, dass es etwas ganz Wichtiges und Essentielles für den Menschen, sich bewusst Pausen zu gewähren…sei es Zeit, in der man wirklich einfach einmal nichts tut und die Ruhe und Stille auf sich wirken lässt…oder Zeit, die man sich bewusst für Sachen nimmt, die einem gut tun… 🙂 Ich wünsche dir alles Gute 🙂

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