Der Briefmarkenladen

Sobald die Sonne sich mehr blicken lässt und man abends wieder draußen sitzen kann, findet Ihr mich an der Karl-Marx-Alle. Dort befindet sich eine kulinarische Oase, die ihresgleichen sucht.

Die Architektur der denkmalgeschützten Zuckerbauten gefällt mir ohnehin. Nicht zu vergessen, dass eine Wohnung dort nach dem Krieg wie ein Sechser im Lotto war: geflieste Bäder, Warm- und Kaltwasser, Aufzüge, der reinste Luxus! Auf den Dächern wurde früher gemeinsam Champagner getrunken, sagt man, bis die Investoren die Dachterrassen geschlossen haben.

Konzentrieren wir uns also auf das, was wir auf ebener Erde finden. Und dort gibt es das eine oder andere Gaumenschmausparadies. Eines davon ist der Briefmarkenladen, ein italienischer Weinsalon von Feinsten. In den denkmalgeschützten Räumen, in denen zu DDR-Zeiten Postwertzeichen aus aller Herren Länder getauscht und verkauft wurden, warten heute himmlische Rebensäfte. Man wählt zunächst den vier Elementen Erde, Feuer, Wasser und Luft entsprechend aus, in welche Richtung es geschmacklich gehen soll. Ein paar Nachfragen später steht genau der Wein vor einem, den man sich erträumt hat – nur noch viel besser.

Damit nicht genug, die köstlichen Kleinigkeiten zum Essen machen einen Besuch zum reinen Genusserlebnis. In handgeschriebenen Oktavheftchen findet sich eine kleine und ausgesprochen feine Auswahl an verschiedenen Antipasti – eine Pasta des Tages wird zudem angeboten. Ich hatte eine Platte mit verschiedenen Wurstsorten. Die Trüffel-Mortadella war so köstlich, so etwas Gutes habe ich schon ewig nicht mehr gegessen.

 

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